So, geschafft, ich bin in Las Vegas, ein total verrückte Stadt, und ein Mordstrip hierhin. In Düsseldorf war alles noch recht entspannt, eine kleine Schlange vor dem Check In, aber genug Zeit nach der Gepäckaufgabe noch was zu essen, den Duty Free Shop zu plündern, eine Stange Zigaretten und etwas russischen Wodka für 30 Euro, und noch was zu Bloggen, dachte ich. 4 Euro für 30 Minuten WLAN, bin jetzt ja kein Schwabe, aber das war selbst mir zu viel, ich wollte ja nicht gleich den Hot Spot kaufen.
Dann ging es los, erstmal Richtung Chicago über England, Island, Grönland (da gibt’s am Südende wirklich kaum noch Eis, die globale Erwärmung gibt’s wohl doch…), Kanada und dann auf O’Hare gelandet. Trotz Verspätung in der Altbierstadt sind wir noch einigermaßen pünktlich gelandet. An dieser Stelle mal ein Lob an Lufthansa, wirklich super Service, nettes Personal, soviel Trinken und Essen wie mal will, und wirklich Platz für die Beine (gut, meine sind auch nicht die längsten).
Da ich zum Umsteigen nur knapp 90 Minuten Zeit hatte, war ich etwas gestresst. Aber vor dem Umsteigen erstmal die Einreisekontrolle. Was die Amis an Freundlichkeit im Einzelhandel lernen, ist bei den Jungs von der Einreisekontrolle wohl nicht angekommen. Gut, unfreundliche Grenzer kenne ich schon aus Russland, aber da sind die Verkäufer auch nicht besser.
Ein sichtlich gelangweilter ca. 19 jähriger Grenzer (darf ne Knarre beim Job tragen, andere doof anmachen, wenn man nochmal nachfragt, aber ein Bier trinken und ins Kasino noch nicht, was stimmt hier nicht?) macht ein Foto von mir, scannt meine Fingerabdrücke und stellt komische Fragen. Das wars, 30 Minuten für ein paar Infos die ja auch dank Stasi 2.0 schon in meinem Pass stehen. Aber lieber selber machen, als sich auf Schäuble verlassen, kann ich auch verstehen.
Dann den Koffer vom Band nehmen, ca. 10 Meter durch den Zoll tragen und wieder auf ein Band stellen, damit der Koffer weiter zum nächsten Flug kommt, auch irgendwie sinnfrei.
Mittlerweile war es 5 Minuten vor Boarding Time, und Chicago hat nicht gerade den kleinsten Flughafen der Welt, wo in Frankfurt noch über weiter Landebahnen gestritten wird, gibts gleich ein paar. Also ab in den Zug und dann im Laufschritt zum Terminal 1. Erstmal aber wieder Sicherheitskontrollen, Schuhe aus, allen Elektrokram aus der Tasche, und ab in den Durchleuchter. Auf der anderen Seite angekommen, sehe ich wie ein älterer asiatischer Sicherheitstyp meinen Rucksack aufmacht, die in Düsseldorf extra vom Duty Free Shop versiegelte Tüte aufreisst und sich meinen Wodka unter den Nagel reißt. Auch mein ‘but it was sealed’ half nicht. Regeln sind Regeln, aber gut das ich Shop und beim BGS nochmal extra gefragt habe. Die 10 Euro werde ich dann je zur Hälfte dem Flughafen und Wolfgang Schäuble in Rechnung stellen.
Im Laufschritt weiter zum Gate, dass Boarding lief noch, wenigstens etwas Gutes. Aber ich hätte mir auch noch 1,5 Stunden Zeit lassen können, irgendein Teil im Laderaum war kaputt, was unseren Abflug dann mal um 90 Minuten verzögerte. Und was ein Unterschied zu unserer Kranich Airline, enge Sitzreihen, selbst für mich kaum Platz (Rico hätte die Knie an den Ohren gehabt) und zu trinken gabs nur Wasser und selbstangerührte Limo, alles andere $ 5, Schnäppchen. Dafür der coolste Kapitän der je ein Flugzeug geflogen hat ‘Hey Folks, I’m just as **** as you are, but when everything ist fixed, I bring you right to the money. And I hope you got your Swimsuit, cause Vegas without ist no fun.’ Hat das schonmal ein Lufthansa Pilot über die Lippen bekommen? Danach lief er durch die Reihen, hielt Smalltalk und machte die Bodencrew schlecht.
Wie sich dann auf dem Flug herausstellte, saß neben mir ein Kollege der schreibenden Zunft aus Schweden. Da wir beide nach ca. 10 Minuten feststellten, dass ‘Horton hears a Who’ (der Film lief im Boardkino) wohl der schlechteste Zeichentrick der Filmgeschichte ist, faschsimpelten wir den Rest des Fluges.
In Vegas gerade am Gepäckband angekommen, erklang mein Namen, ich solle mich mal am United Schalter melden, letzte Hoffnungen, dass der Sicherheitsbeamte bei Wolle Schäuble nachgefragt hat und meine Wodkaflasche nachgeschickt hat kamen auf. Aber nix war, mein Koffer war noch in Chicago, super. Wie kann man denn auch Verbindungen raussuchen, die man kaum selbst schafft, und das Gepäck nicht mal mit 90 Minuten Verspätung.
Hier die ersten Bilder, bald mehr, die Tische warten.